Vereinfacht gesagt, durch erhöhte Belastungen, an die der Körper sich anpasst. Diese Belastungen nennt man auch “Stressoren“. Arbeitsdruck oder Zeitmangel werden oftmals als Stress auslösend angesehen. In der Tat sind jedoch wesentlich mehr Ursachen für Stress verantwortlich. Stressoren lassen sich in vier Kategorien gliedern:
So verschieden die Stressoren auch sind, die körperliche Reaktion ist gleich: Um sich der erhöhten Belastung anzupassen, wird Ihr Organismus aktiviert. Dies geschieht unwillkürlich, Sie können es nicht kontrollieren. Diese Reaktion sicherte unseren Vorfahren vor Zigtausenden von Jahren das Überleben; Sie half ihnen, sich aus Gefahrensituationen durch körperliche Höchstleistungen (Kampf oder Flucht) zu retten. Aber was genau passiert mit Ihnen in Stresssituationen und wieso belasten diese Ihre Herzgesundheit?
Um sich der Beanspruchung anzupassen, aktiviert der Sympathikus (der Teil unseres vegetativen Nervensystems, welcher unsere Handlungsbereitschaft erhöht) das Nebennierenmark, in dem die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet werden. Diese werden ebenso wie die Hormone Testosteron und Cortisol vermehrt ausgeschüttet. Durch den höheren Adrenalinspiegel erhöht sich die Herzschlagfrequenz, die Leistung des Herzens wird kurzfristig gesteigert, was sich auf Dauer aber negativ auf Ihre Herzgesundheit auswirken kann. Die ausgeschütteten Hormone sorgen zudem für das Bereitstellen von Zucker- und Fettvorräten. Die stärkere Ausschüttung von Noradrenalin erhöht den Blutdruck und verengt, wie Adrenalin, die Adern und belastet dadurch das Herz.
Die Muskeln spannen sich bei Stress automatisch an, um den Körper auf Kampf oder auf Flucht vorzubereiten. Ist der Körper ständig angespannt, können Verspannungen die Folge sein. Die Blutgefäße in den Muskeln sind Druck ausgesetzt, der die Blutzufuhr und somit die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen in die Muskulatur einschränkt. Und das belastet Ihr Herz. Kohlen- und Milchsäure, die als Abfallprodukte entstehen, können nicht vollständig abtransportiert werden und können Schmerzen auslösen. Durch die Anspannung wird viel Energie verbraucht. Man fühlt sich erschöpft. Spannungskopfschmerzen und/oder Rückenschmerzen können entstehen.
Stress löst verschiedene Gefühle aus: Nervosität, Schreck, Panik, Verunsicherung, aber auch Ärger, Gereiztheit und Wut. Kann der Stress nicht durch Entspannungstechniken abgebaut werden, kann er zu Unausgeglichenheit und Gefühlsschwankungen bis hin zu Depressionen führen.
Die Wahrnehmung schränkt sich auf den stressauslösenden Reiz ein. In einer Stresssituation kann das Gefühl entstehen, einen “leeren Kopf“ zu haben. Denkt man dabei ständig im negativen Bereich, z.B. durch eine sich selbst bestätigende Prophezeiung wie “Das schaffe ich nicht“, entsteht eine zusätzliche Belastung, die auch Ihrem Herz nicht gut tut. Ist man diesem Stress dauerhaft ausgesetzt, können die Konzentrationsfähigkeit, die Lernleistung und die Kreativität abnehmen. Informationen können nicht mehr so gut aufgenommen werden und auch die Gedächtnisleistung kann sich verringern.